Zukünftige Themen der Technischen Dokumentation

06-2021

Ein kleiner Ausblick auf die kommenden Themen: Auf der Basis eigener Recherchen und Validierungsszenarien kann ich Ihnen als kleine Hilfestellung einen thematischen Ausblick im Bereich Technische Dokumentation geben.

Benutzen Sie nachfolgende Informationen für Ihre weitere strategische Planung.

Mit den folgenden Themen werden sich Hersteller/Inverkehrbringer zukünftig beschäftigen müssen:

  • Es ist nun endlich Fakt: Mit Erscheinen der IEC/IEEE 82079-1 Ed. 2 ist das Erstellen von Benutzerinformationen nach Zielgruppen getrennt möglich und richtlinienkonform: Ihre Maschine/Anlage wird von z. B. drei unterschiedlichen Benutzergruppen benutzt, im Beispiel Wartungspersonal, Bediener, Einrichter. Dann erstellen Sie drei Handbücher für Wartungspersonal, Bediener, Einrichter, speziell angepasst auf die Belange dieser Zielgruppen. Auf diese Weise erhalten Sie gut angepasste Handbücher, die an die Bedürfnisse Ihrer unterschiedlichen Zielgruppen genau angepasst sind.
    Außerdem wurde diese Norm als "Europäische Norm" angenommen, sie ist gerade im Übersetzungsprozess. Das bedeutet, dass die IEC/IEEE 82079-1 Ed. 2 in Europa verbindliche Rechtskraft entwickeln wird. Dies stellt eine weitere Qualifizierungsmöglichkeit für gute Technische Dokumentation dar!
  • In NRW ist die Marktaufsicht weiterhin aktiv tätig, mehrere meiner Kunden haben mir auch in 2020 von entsprechenden Maßnahmen berichtet. Mit der Konsequenz, dass die interne und die externe Technische Dokumentation überprüft wurde und auf aktuellen Stand gebracht werden musste, es wurden Verkaufsverbote ausgesprochen. Meine Einschätzung hat sich inzwischen bestätigt: Für die kommenden Jahre wird es ebenfalls seitens der Marktaufsicht einen Fokus auf Themen wie "Einhaltung der geforderten Vorgaben" geben.
  • Die perspektivische Aussicht ab spätestens 2022 wird sein, dass die Marktaufsicht intensiver als heute die rechtlichen und formalen Aspekte Ihrer vorhandenen technischen Dokumentation prüfen wird. Ein Stichwort dazu wäre beispielsweise "Interne Technische Dokumentation".
  • Weitere Aspekte sind "CE-Konformität", "Inverkehrbringen von CE-Produkten". Stimmt Ihre Konformitätserklärung nicht, dürfen Sie Ihre Produkte nicht innerhalb der EU verkaufen.
  • Mit Erscheinen der neuen Marktüberwachungsverordnung 2020/2021 wird die Arbeit der Marktüberwachung konkretisiert. Unterm Strich: Die Arbeit der Marktaufsicht wird konkreter und konsequenter.
  • Auf europäischer Ebene wird es weiterhin in den kommenden Jahren starke Veränderungen bei den geltenden Richtlinien geben, Stichworte sind z. B. "New Legislative Framework", "New Approach", Alignment Package" und ähnliche. Auch bei der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG wird es Fortschritte geben - es wird in 2021 mit der Veröffentlichung der neuen Machinenrichtlinie gerechnet.
  • Die Technische Dokumentation eines Produktes wird ebenfalls immer häufiger von Gerichten zur Urteilsfindung herangezogen.
  • Auch von Mitbewerbern droht weiterhin zusätzlicher Ärger: Die Technische Dokumentation wird von Mitbewerbern zunehmend als Wettbewerbsregel benutzt - das Hauen und Stechen gegeneinander wird ebenfalls intensiver. Haben Sie schlechte Technische Dokumentationen zu Ihrem Produkt geliefert, riskieren Sie gerichtliche Auseinandersetzungen nach UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb). Das stimmt ebenfalls (Stand u. a. 11-2020), nach meinem Kenntnisstand nimmt in solchen Fällen die entsprechende Aufsichtsbehörde mit Ihnen Kontakt auf und fordert ggf. entsprechende Maßnahmen ein.
  • Die IT-Sicherheit von Maschinen und Maschinensteuerungen gerät zunehmend in den Focus der Maschinenbauer: zuviele Steuerungen sind ungeschützt per Internet erreichbar und manipulierbar.

Fazit: Der Schwerpunkt für die Technische Dokumentation wird zukünftig stärker auf einem rechtskonformen CE-Management liegen. Es wird zunehmend wichtiger, den gesamten CE-Prozess nachweissicher darzustellen, siehe auch hierzu meine Seite "CE-Management"

Praktikable Lösungswege

Gleich vorweg: Die oben genannten Herausforderungen lassen sich definitiv nicht mehr mit angelernten, ungelernten oder "langjährigen" Mitarbeitern stemmen, weil die Konsequenzen im Schadensfall sehr weit reichend sind.

Daher benötigen Sie professionelle Dienstleister oder entsprechend qualifizierte Mitarbeiter, die tagtäglich mit derartigen Themen konfrontiert sind - und entsprechend kompetent handeln, damit Ihr unternehmerisches Risiko möglichst gering bleibt (Das ist auch eine Vorgabe in der Richtinie EN 82079: Ein durchzuführender Redaktionsprozess und qualifizierte Mitarbeiter mit nachgewiesenen Kompetenzen). Auch die Veröffentlichung der 2. Edition dieser Norm 82079 hat nichts daran geändert. In der "einfacheren" Norm DIN EN ISO 20607 wird ebenfalls auf die 82079/2. Edition referenziert.

Allein bei TECdocs® sind in 2020 ca. 8 % des Jahresumsatzes für Weiterbildung und Weiterqualifikation ausgegeben worden, diese Kosten fallen jedes Jahr an.

Der Lösungsweg kann in einem Satz auf den Punkt gebracht werden: Erfüllen Sie die Vorgaben aus den Richtlinien, und bringen Sie als ersten Schritt Ihre interne Technische Dokumentation in Übereinstimmung mit der externen Technischen Dokumentation.

Dieser Weg ist nicht unbedingt teurer - er ist nur anders strukturiert und absolut transparent, eben nach den Vorgaben aus den Richtlinien und somit nach Möglichkeit rechtssicher.

Wenn Sie Ihre interne TD gemäß den geltenden Vorgaben erstellen und auf aktuellem Stand halten, haben Sie schon fast die Hälfte des Weges geschafft. Die interne Technische Dokumentation ist die Basis für die Erstellung der externen Technischen Dokumentationen, die Sie veröffentlichen und an Ihre Kunden weitergeben.

Wenn Sie realisieren, dass die interne Technische Doku die Basis ist, von der die externen Dokumentationen abgeleitet werden, wird der Dokumentationsprozess plötzlich übersichtlich und - häufig preiswerter als vorher.

Der zweite Schritt - und letzte Schritt - besteht dann "nur noch" darin, die geltenden Richtlinien konsequent und professionell umzusetzen.

Weitere Informationen erhalten Sie natürlich im Beratungsgespräch. Rufen Sie an, oder schreiben Sie mir eine kurze Nachricht.